Eine Foto-Wanderung um den Seealpsee mit Übernachtung unter dem klaren Sternenhimmel und Sicht auf die Milchstrasse. Am zweiten Tag ging es bei Dämmerung weiter um den Seealpsee und später auf die Ebenalp und den Schäfler. Von dort oben hatte man einen herrlichen Ausblick in die Vorarlberger Alpen, zum Bodensee und natürlich auf den Säntis.


Tag 1 – Ein Sternenmeer über dem Seealpsee

Am Abend gegen 20:00 Uhr kam ich auf dem Parkplatz in Wasserauen an. Bevor ich mich auf den Weg zu Fuss zum Seealpsee machte, überprüfte ich nochmals, ob ich alles dabeihabe. Noch ungewiss, ob ich die Nacht oben verbringen werde oder nicht. Meinen dicken Schlafsack habe ich für alle Fälle an meinem Rucksack festgebunden.

Ich nahm die Strasse hoch zum See, da es der direkteste Weg ist. Die Strecke ist allerdings sehr steil. Auf jeden Fall wollte ich unbedingt noch zur Blauen Stunde oben ankommen und genug Zeit haben, um mich mit meiner Kamera einzurichten. Auf dem Weg nach oben begegnete ich sehr vielen Leuten, die sich wohl auf ihrem Rückweg befanden. Wir grüssten uns jeweils mit einem freundlichen Lächeln. Ich war voller Vorfreude und Gespanntheit auf die bevorstehende Nacht und den nächsten Tag, und die Leute denen ich begegnete, wirkten voller Zufriedenheit von ihrem Ausflug in die Berge.

Oben angekommen ging ich etwas dem Seealpsee entlang in Richtung Säntis und quartierte mich dann am Ufer ein. Nach ein paar Probefotos, zwecks Einstellung der Kamera, setzte ich mich auf einen Felsen und genoss die Szenerie und die Stille dieses wundervollen Ortes. Da es noch etwas mehr wie eine Stunde dauerte, bis man die vielen Sterne sehen konnte, nutzte ich sogleich die Gelegenheit um eine Falun Gong-Meditationsübung zu machen (Mehr zu Falun Gong unter diesem Youtube-Link).

Als ich meine Augen, erfrischt von der Meditation, wieder öffnete, bot sich mir ein atemberaubender Blick auf das Firmament. Dank der hier oben herrschenden Dunkelheit konnte man von blossem Auge sehr viele Sterne sehen. Ich legte mich einen Moment hin, um in die Weite des Universums zu schweifen, sowohl mit den Augen als auch mit meinen Gedanken. Ich bestaunte dieses Schauspiel für eine Weile. Ich hörte auch wie kleine Fische ab und zu aus dem Wasser sprangen und wie die Fledermäuse geschickt ihre Kunststücke über dem Wasser vollbrachten.

Etwas später widmete ich mich meiner Kamera, um ein paar Sterne «einzufangen». Besonders die Milchstrasse verzauberte den Nachthimmel. Von blossem Auge nur schwach sichtbar, mit der Kamera jedoch sehr imposant und deutlich zu erkennen:

Sicht vom Seealpsee auf die Milchstrasse
Sicht vom Seealpsee auf die Milchstrasse

Nachdem ich mich am Himmel sattgesehen und -fotografiert hatte, suchte ich mir einen Platz, um meinen Schlafsack auszurollen. Es war schon eine spezielle Situation, sich hinzulegen und einfach die Sterne zu beobachten und dabei langsam einzuschlafen.

Es ist schade, dass der Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung nirgendwo in der Schweiz mehr zu sehen ist. Auch in Bergregionen ist die Atmosphäre nicht völlig lichtfrei. Der Unterschied, wie viele Sterne man von hier oben sehen kann, ist immer noch riesig im Vergleich zum Flachland. Unter www.darksky.ch finden Sie weitere Informationen zum Thema Lichtverschmutzung und wie Sie diese vermeiden oder reduzieren können.

«Die Erhaltung des Anblicks des Sternenhimmels ist Inspirationsquelle und
Erbe der Menschheit und hat einen wesentlichen Anteil an der Lebensqualität
durch ein blendfreies nächtliches Umfeld» (UNESCO Definition, nicht verifiziert. Gefunden auf: www.ens.ch).

Tag 2: Wanderung Wasserauen – Ebenalp – Schäfler – Seealpsee – Wasserauen

Nach ein paar Stunden Schlaf und kurz vor dem Morgengrauen, stand ich auf und genoss ich zuerst die Stille und die frische Bergluft dieses magischen Ortes für einige Minuten. Die Nacht war zwar nicht sonderlich bequem, aber ich fühlte mich nicht müde. Nach dem Zusammenpacken ging ich zuerst zum See und wusch mir das Gesicht mit dem kühlen Seewasser. Fasziniert von der Morgenstimmung packte ich meine Kamera gleich wieder aus um ein paar Fotos zu schiessen.

Morgenrot am Seealpsee

Danach machte ich eine Runde um den See und hielt dabei ein paar Mal inne, um die Landschaft zu geniessen und um dabei zuzuschauen, wie sich die Bergspitzen langsam rot färbten. Dem Weg folgend blickte ich immer wieder zu den Bergen, denn aus jedem Winkel zeigten sich diese wieder etwas anders. Beim Berggasthof angekommen, setzte ich mich ans Ufer, um die wärmenden Sonnenstrahlen zu geniessen. Bis das Restaurant öffnete dauerte es noch eine knappe Stunde.

Frisch gestärkt nach dem Frühstück, machte ich mich auf den Weg in Richtung Wasserauen. Diesmal nahm ich den Wanderweg der dem Bach entlang verläuft. Dieser ist zwar etwas länger als der über die Zufahrtstrasse, jedoch auch viel abwechslungsreicher. Zuerst verläuft der Weg noch recht flach, später im Wald wird er dann jedoch sehr steil. Man folgt sozusagen dem Bachlauf, welcher zum Teil auch kleine Wasserfälle gebildet hat aufgrund des steilen Geländes. Unten angekommen ging ich zur Gondelbahn, die mich auf die Ebenalp brachte.

Oben auf 1’640 Meter angekommen ging es ca. 1h weiter auf den etwas über 1’900 Meter hohen Schäfler. Auf dem Weg gab es allerlei zu entdecken. Die Bergflora zeigte sich von ihrer sommerlichen Seite und überall in der Luft gab es Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten. Beim Schäfler angekommen war dann erst mal eine Mittagspause angesagt. Von diesem Ausgangspunkt verlaufen einige weitere Routen, auch hoch bis zum Säntis. Dies sind jedoch alpine Wanderrouten. Da ich wieder herunter zum Seealpsee wollte, entschloss ich mich vom Schäfler direkt über die Altenalp weiter zu gehen.

Panoramablick vom Schäfler

Der Abstieg der gut 800 Meter ist sehr steil. Der Wanderweg ist zwar sehr gut befestigt und teilweise sind Seile an der Bergseite angebracht. Trotzdem empfehle ich diese Route nur erfahrenen Wanderern mit gutem Schuhwerk. Am See unten gönnte ich mir erst mal eine Pause und ein herrlich erfrischendes Bad im kühlen Seealpsee, bevor ich mich auf den Weg zurück zum Auto nach Wasserauen machte.

Die Alpsteinregion ist wahrlich ein herrliches Wandergebiet. Nach einigen Jahren war ich wieder mal in dieser Umgebung. Am Seealpsee, war ich jedoch zum ersten Mal. Das Gebiet bietet Wanderungen verschiedener Schwierigkeitskategorien und Länge. So kann sich jeder eine passende Route vornehmen. Die Infrastruktur ist gut und es hat mehrere Restaurants, wo man sich unterwegs verpflegen kann. Dies bedeutet natürlich auch, dass man auf den meisten Wanderwegen nicht ganz alleine ist. Ich genoss den Mix zwischen alleine zu sein und anderen Leuten zu begegnen jedoch sehr. So ergaben sich auch einige nette Gespräche.

In der nachfolgenden Bildergallerie sind einige Fotos der beiden Tage zu sehen. Viel Spass beim Durchklicken!

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